Meiose: Meiose I und II einfach erklärt

  • Klasse 9/10
  • Oberstufe
  • ca. 11 Minuten

Warum Keimzellen nur halb so viele Chromosomen haben, was homologe Chromosomen sind, wie Meiose I und Meiose II ablaufen und die drei Fehler, die in Klassenarbeiten immer wieder vorkommen.

Das Wichtigste in drei Sätzen

  1. In der Meiose I werden die homologen Chromosomen getrennt. Dabei halbiert sich die Chromosomenzahl von 46 auf 23, aus diploid wird haploid.

  2. In der Meiose II trennen sich die Schwesterchromatiden, wie bei einer Mitose. Die Zahl bleibt 23, am Ende gibt es vier haploide Zellen.

  3. Jede Keimzelle ist genetisch einzigartig: Beim Crossing-over tauschen mütterliche und väterliche Chromatiden Stücke, und die Paare ordnen sich zufällig an.

Grundlagen

gleicheAllele verschiedeneAllele von der Muttervom Vater homologe Chromosomen

Homologe Chromosomen

Deine 46 Chromosomen sind 23 Paare. Von jedem Paar stammt ein Chromosom von deiner Mutter und eines von deinem Vater. Die Partner tragen dieselben Gene an denselben Stellen, oft aber in unterschiedlichen Allelen. Ausnahme: X und Y beim Mann passen nur teilweise zusammen. Vor der Meiose verdoppelt die Zelle in der S-Phase ihre DNA. Danach sieht jedes Chromosom kondensiert aus wie ein X. Ein X zählt als ein Chromosom: Gezählt werden die Centromere.

Homologe Chromosomen
die beiden Partner eines Paares, einer von der Mutter, einer vom Vater
Allele
unterschiedliche Varianten desselben Gens
Zwei-Chromatid-Chromosom
ein Chromosom aus zwei identischen Schwesterchromatiden, die am Centromer zusammenhängen
2n diploide Zelle46 Meiose n n Keimzellen, 23 Befruchtung 2n befruchteteEizelle, 46

Diploid und haploid

Eine Zelle mit Paaren, also mit zwei Chromosomensätzen, heißt diploid (2n). Eine Zelle mit nur einem Satz heißt haploid (n). Di heißt zwei, wie in Kohlenstoffdioxid.

  1. Diploide Zelle Zum Beispiel jede Körperzelle, beim Menschen 2n = 46.
  2. Meiose In Hoden und Eierstöcken halbiert sie die Chromosomenzahl.
  3. Keimzellen Sie sind haploid, n = 23: von jedem Paar genau ein Chromosom.
  4. Befruchtung Eizelle und Spermium verschmelzen, 23 + 23 = 46.

Der Ablauf: Meiose I und Meiose II

  1. Prophase I

    Paare finden sich, tauschen Stücke

    Die homologen Chromosomen legen sich aneinander: ein Bivalent mit vier Chromatiden.

    Nicht-Schwesterchromatiden tauschen Stücke aus, das Crossing-over. Die sichtbare Kreuzung danach heißt Chiasma.

    Erst dann zerfällt die Kernhülle.

    Erkennst du an Paare liegen eng zusammen, ohne Ordnung.

  2. Metaphase I

    Paare in der Mitte

    Die Paare ordnen sich in der Äquatorialebene an.

    Die beiden Chromosomen eines Paares sind mit verschiedenen Polen verbunden.

    Welcher Partner zu welchem Pol zeigt, ist bei jedem Paar Zufall.

    Erkennst du an Paare liegen in der Zellmitte.

  3. Anaphase I

    Hier halbiert sich die Zahl

    Die Spindelfasern ziehen die homologen Chromosomen zu entgegengesetzten Polen.

    Die Schwesterchromatiden bleiben zusammen: Es trennen sich Chromosomen, nicht Chromatiden.

    An jedem Pol liegen jetzt 23 Chromosomen.

    Erkennst du an Ganze X wandern zu den Polen.

  4. Telophase I

    Zwei Zellen, keine S-Phase

    Die Zelle teilt sich in zwei haploide Zellen.

    Danach folgt keine S-Phase: Die DNA wird kein zweites Mal verdoppelt.

    Erkennst du an Zwei Zellen, jede mit halb so vielen X.

  5. Metaphase II

    Einzelne X in der Mitte

    Die Meiose II läuft in beiden Zellen ab wie eine Mitose.

    Die 23 Chromosomen liegen einzeln in der Äquatorialebene, jedes noch aus zwei Chromatiden.

    Erkennst du an Einzelne X in einer Reihe, keine Paare.

  6. Anaphase II

    Chromatiden werden getrennt

    Die Schwesterchromatiden trennen sich und wandern zu den Polen.

    In der Telophase II teilen sich beide Zellen. Es entstehen vier haploide Zellen.

    Erkennst du an Einzelne Chromatiden wandern zu den Polen.

Zweimal teilen, einmal kopieren: Die DNA wird nur vor der Meiose I verdoppelt.

Schema mit 2n = 4 statt 46 Chromosomen

Mitose und Meiose im Vergleich

  • zwei gleiche Zellen

    Mitose

    Die Mitose teilt einmal, ohne Paarung der homologen Chromosomen. Es entstehen zwei genetisch identische, diploide Zellen.

  • vier verschiedene Zellen

    Meiose

    Die Meiose teilt zweimal, mit Paarung und Crossing-over. Es entstehen vier haploide, genetisch verschiedene Zellen: beim Mann vier Spermien, bei der Frau eine Eizelle und Polkörperchen.

Drei typische Fehler

Im Video ab 7:34 (auf YouTube ab 7:34, neuer Tab), Kapitel „Die drei Fehler, die fast alle machen“.

  1. Falsch

    „In der Meiose II halbiert sich die Chromosomenzahl noch einmal.“

    Richtig

    Die Zahl halbiert sich nur in der Anaphase I. In der Meiose II werden aus 23 Zwei-Chromatid-Chromosomen 23 Ein-Chromatid-Chromosomen, nur die DNA-Menge halbiert sich.

  2. Falsch

    „Beim Crossing-over tauschen Schwesterchromatiden Stücke aus.“

    Richtig

    Schwesterchromatiden sind identische Kopien, ein Tausch würde nichts ändern. Getauscht wird zwischen einem mütterlichen und einem väterlichen Chromatid.

  3. Falsch

    „In der Metaphase I hat die Zelle 92 Chromosomen.“

    Richtig

    92 ist die Zahl der Chromatiden. Chromosomen zählst du an den Centromeren: 46, angeordnet als 23 Paare.

Quiz: sechs Fragen zum Thema Meiose

Sofort ausgewertet, ohne Anmeldung. Es werden keine Daten gesendet. Die falschen Antworten sind genau die Fehler aus dem Video.

  1. Eine menschliche Körperzelle hat 46 Chromosomen. Wie viele Chromosomen hat eine Eizelle oder ein Spermium?

  2. In welcher Phase halbiert sich die Chromosomenzahl?

  3. Zwischen welchen Chromatiden findet das Crossing-over statt?

  4. Wie viele Chromosomen hat eine menschliche Zelle in der Metaphase I?

  5. Was passiert in der Meiose II?

  6. Warum sind die Keimzellen eines Menschen genetisch verschieden?

Prüfungsaufgaben

Erst selbst lösen, dann die Lösung aufklappen.

Klasse 10

Ordne die vier Schemata aus der Meiose den Phasen zu: Metaphase I oder II, Anaphase I oder II.

  1. Bild 1
  2. Bild 2
  3. Bild 3
  4. Bild 4

Tipp Paare oder einzelne X? Ganze X oder einzelne Chromatiden?

Lösung anzeigenLösung ausblenden

Lösung

  1. Bild 1: Einzelne Chromatiden wandern zu den Polen: Anaphase II.
  2. Bild 2: Paare in der Mitte: Metaphase I.
  3. Bild 3: Ganze X wandern zu den Polen: Anaphase I.
  4. Bild 4: Einzelne X in einer Reihe: Metaphase II.

Oberstufe

Erkläre, wie in der Meiose aus einer diploiden Zelle haploide Keimzellen entstehen, und begründe, warum diese genetisch verschieden sind.

erklären
Du zeigst, wie und warum etwas passiert.
begründen
Du führst eine Aussage auf ihre Ursachen zurück.
Lösung anzeigenLösung ausblenden

Musterlösung in drei Teilen

  1. Reduktionsteilung: Nach einmaliger DNA-Verdopplung paaren sich in der Meiose I die homologen Chromosomen. In der Anaphase I werden sie getrennt. Jede Tochterzelle erhält von jedem Paar nur ein Chromosom und ist haploid.
  2. Äquationsteilung: In der Meiose II werden ohne erneute Verdopplung die Schwesterchromatiden getrennt. So entstehen vier haploide Zellen.
  3. Begründung: Beim Crossing-over tauschen Nicht-Schwesterchromatiden homologer Chromosomen Abschnitte aus, so entstehen neue Kombinationen von Allelen (intrachromosomale Rekombination). In der Metaphase I ordnen sich die Paare zufällig an: 2²³ Kombinationen mütterlicher und väterlicher Chromosomen (interchromosomale Rekombination).

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Zwei Seiten: der Ablauf in Bildern, typische Fehler, Prüfungsaufgaben mit Lösung

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Transkript

Einstieg (0:00)

In den Zellen deiner Mutter stecken sechsundvierzig Chromosomen. Bei deinem Vater auch. Und du bist aus einer Zelle von ihr und einer Zelle von ihm entstanden. Also hast du zweiundneunzig? Einfache Mathematik.

Falsch. Du hast sechsundvierzig, genau wie deine Eltern. Der Trick dahinter heißt Meiose. In den nächsten zehn Minuten verstehst du, wie eine Zelle ihre Chromosomen halbiert und warum dabei jedes Mal eine neue Mischung entsteht. Dazu: die drei typischen Fehler und zwei typische Prüfungsaufgaben. Mitose, Meiose. Wer sich diese Namen ausgedacht hat, wollte, dass du leidest.

Vier Schritte: Erstens, warum es die Meiose überhaupt braucht und was homologe Chromosomen sind. Zweitens, Meiose eins und Meiose zwei. Drittens, die typischen Fehler. Viertens, die Prüfungsaufgaben.

Warum Meiose, und was sind homologe Chromosomen? (0:57)

Ein neuer Mensch entsteht, wenn eine Eizelle und ein Spermium verschmelzen. Das ist die Befruchtung. Hätten beide sechsundvierzig Chromosomen, hätte das Kind zweiundneunzig und seine Kinder hundertvierundachtzig. Die Zahl würde sich mit jeder Generation verdoppeln.

Deshalb haben Eizellen und Spermien nur die Hälfte: dreiundzwanzig. Dreiundzwanzig plus dreiundzwanzig gleich sechsundvierzig. Passt. Solche Zellen heißen Keimzellen oder Gameten. Sie entstehen durch eine besondere Kernteilung: die Meiose, griechisch für Verringerung.

Deine sechsundvierzig Chromosomen sind eigentlich dreiundzwanzig Paare. Von jedem Paar stammt ein Chromosom von deiner Mutter und eines von deinem Vater. Die beiden Partner heißen homologe Chromosomen. Sie tragen dieselben Gene an denselben Stellen, aber oft in unterschiedlichen Varianten, den Allelen. Ausnahme: X und Y beim Mann passen nur teilweise. Du trägst also in deinen Zellen Mama und Papa mit dir herum. Auch an Tagen, an denen sie nerven.

Eine Zelle mit Paaren, also mit zwei Chromosomensätzen, heißt diploid, kurz zwei n: beim Menschen sechsundvierzig. Eine Zelle mit nur einem Satz, von jedem Paar genau einem Chromosom, heißt haploid, kurz n: dreiundzwanzig. Di heißt zwei, wie in Kohlenstoffdioxid.

Bevor die Meiose beginnt, verdoppelt die Zelle ihre DNA, in der S-Phase. Danach besteht jedes Chromosom aus zwei identischen Kopien, den Schwesterchromatiden, die am Centromer zusammenhängen. Kondensiert sieht dieses Zwei-Chromatid-Chromosom aus wie ein X. Wichtig fürs Zählen: Ein X ist ein Chromosom, nicht zwei. Gezählt werden die Centromere.

Merksatz: Körperzellen sind diploid, Keimzellen haploid. Die Meiose macht aus diploid haploid.

Meiose eins und Meiose zwei (2:54)

Die Meiose besteht aus zwei Teilungen direkt hintereinander, Meiose eins und Meiose zwei, jede mit Prophase, Metaphase, Anaphase und Telophase. Der Clou: Die DNA wird vorher nur einmal verdoppelt. Zweimal teilen, einmal kopieren.

Prophase eins. Die Chromosomen verdichten sich. Dabei passiert etwas Neues: Die homologen Chromosomen finden sich und legen sich der Länge nach eng aneinander. So ein Paar mit zusammen vier Chromatiden heißt Bivalent, oder Tetrade, von tetra, vier.

Jetzt kommt der schönste Moment der Meiose. Ein Chromatid vom mütterlichen und eines vom väterlichen Chromosom, also zwei Nicht-Schwesterchromatiden, überkreuzen sich, brechen an derselben Stelle und tauschen ihre Stücke aus. Das ist das Crossing-over. Die sichtbare Kreuzung heißt Chiasma. Danach steckt in einem Chromatid ein Stück Mama und ein Stück Papa. Erst jetzt zerfällt die Kernhülle, der Spindelapparat wächst.

Metaphase eins. Die Paare ordnen sich in der Äquatorialebene an. Von jedem Paar wird ein Chromosom mit dem einen Pol verbunden, sein Partner mit dem anderen. Welcher Partner zu welchem Pol schaut, ist Zufall, bei jedem Paar neu. Wie Teams wählen im Sportunterricht. Nur fairer.

Anaphase eins, der entscheidende Schritt. Die Fasern ziehen die homologen Chromosomen auseinander, zu entgegengesetzten Polen. Die Schwesterchromatiden bleiben zusammen. Es trennen sich also Chromosomen, nicht Chromatiden. Zähl nach: Auf jeder Seite landen dreiundzwanzig Chromosomen, jedes aus zwei Chromatiden. Genau hier halbiert sich die Chromosomenzahl.

Telophase eins: Die Zelle teilt sich in zwei haploide Zellen. Und dann: keine S-Phase. Die DNA wird kein zweites Mal verdoppelt.

Merksatz: Meiose eins trennt die Paare. Aus diploid wird haploid, deshalb heißt sie Reduktionsteilung.

Meiose zwei läuft in beiden Zellen ab wie eine Mitose. Metaphase zwei: Die dreiundzwanzig Chromosomen liegen einzeln in der Äquatorialebene. Anaphase zwei: Die Schwesterchromatiden trennen sich und wandern zu den Polen. Telophase zwei: Die Zellen teilen sich.

Merksatz: Meiose zwei trennt die Chromatiden. Die Chromosomenzahl bleibt gleich, deshalb heißt sie Äquationsteilung.

Ergebnis: vier haploide Zellen, jede mit dreiundzwanzig Ein-Chromatid-Chromosomen. Beim Mann werden daraus vier Spermien. Bei der Frau entsteht nur eine große Eizelle, der Rest wird als winzige Polkörperchen abgeschnürt.

Funfact: Die Eizelle, aus der du entstanden bist, hat mit der Meiose schon angefangen, als deine Mutter noch im Bauch deiner Oma war. Dann hat sie pausiert. Jahre. Eher Jahrzehnte.

Und das Wichtigste: Die Keimzellen sind genetisch verschieden, aus zwei Gründen. Erstens das Crossing-over: Es mischt mütterliche und väterliche Stücke. Zweitens die zufällige Ausrichtung der Paare in der Metaphase eins. Allein dadurch gibt es zwei hoch dreiundzwanzig, also über acht Millionen mögliche Keimzellen. Mit Eizelle und Spermium zusammen rund siebzig Billionen Kombinationen. Deshalb sind Geschwister ähnlich, aber praktisch nie gleich, außer eineiige Zwillinge.

Die ganze Meiose in zehn Sekunden: einmal verdoppeln. Meiose eins: Paare finden sich, tauschen Stücke, werden getrennt. Meiose zwei: Chromatiden werden getrennt. Ergebnis: vier haploide Zellen, alle verschieden. Die Mitose dagegen: zwei identische, diploide Zellen.

Dr. Krake: Moment. Dich kenn ich doch!

Bärtierchen: Hallo! Ich bin's, das Bärtierchen. Ich hab gehört, hier wird getauscht?

Dr. Krake: Beim Crossing-over, ja. Partner tauschen Stücke.

Bärtierchen: Eine Tauschparty? Bin dabei. Musik!

Dr. Krake: Paare bilden!

Bärtierchen: Stücke tauschen!

Dr. Krake: Äh warum klinge ich wie du?

Bärtierchen: Oh. Und ich wie du. Bücher zu, ein Blatt raus.

Dr. Krake: Zurücktauschen! Sofort!

Bärtierchen: Schade. Ich wollte gerade einsammeln.

Dr. Krake: Chromosomen können das übrigens nicht. Was beim Crossing-over getauscht ist, bleibt getauscht. So. Jetzt die Fehler.

Die drei Fehler, die fast alle machen (7:34)

Fehler Nummer eins: „In der Meiose zwei halbiert sich die Chromosomenzahl noch einmal.“ Nein. Halbiert wird sie nur in der Anaphase eins. In der Meiose zwei trennen sich Chromatiden: vorher dreiundzwanzig Zwei-Chromatid-Chromosomen, nachher dreiundzwanzig Ein-Chromatid-Chromosomen. Halbiert wird nur die DNA-Menge pro Zelle.

Fehler Nummer zwei: „Beim Crossing-over tauschen Schwesterchromatiden Stücke aus.“ Falsch. Schwesterchromatiden sind identische Kopien, ein Tausch würde nichts ändern. Als würdest du dein Pausenbrot gegen genau dasselbe Pausenbrot tauschen. Getauscht wird zwischen Nicht-Schwesterchromatiden, einem mütterlichen und einem väterlichen. Nur so entsteht etwas Neues.

Fehler Nummer drei: „In der Metaphase eins hat die Zelle zweiundneunzig Chromosomen.“ Nicht richtig. Zweiundneunzig ist die Zahl der Chromatiden. Chromosomen zählst du an den Centromeren: sechsundvierzig, als dreiundzwanzig Paare. Centromere zählen, nicht Chromatiden.

Die Prüfungsaufgaben (8:39)

Aufgabe eins, Niveau Klasse zehn: Du siehst vier Schemata aus der Meiose, durcheinander: Metaphase eins, Metaphase zwei, Anaphase eins und Anaphase zwei. Ordne sie zu. Drück Pause. Ich warte. Und ich gucke nicht auf deinen Zettel. Fast nicht.

Die Lösung: Bild eins, einzelne Chromatiden wandern zu den Polen: Anaphase zwei. Bild zwei, Paare in der Mitte: Metaphase eins. Bild drei, ganze X auf dem Weg zu den Polen: Anaphase eins. Bild vier, einzelne X in einer Reihe: Metaphase zwei. Dein Erkennungsmerkmal: Paare oder einzelne, ganze X oder einzelne Chromatiden.

Aufgabe zwei, Niveau Oberstufe: „Erklären Sie, wie in der Meiose aus einer diploiden Zelle haploide Keimzellen entstehen, und begründen Sie, warum diese genetisch verschieden sind.“ Zwei Operatoren: Erklären heißt: zeigen, wie und warum etwas passiert. Begründen heißt: eine Aussage auf Ursachen zurückführen. Drück Pause und formuliere.

Volle Punkte gibt es für drei Teile. Erstens: Nach einmaliger DNA-Verdopplung paaren sich in der Meiose eins die homologen Chromosomen und werden getrennt. Jede Tochterzelle erhält von jedem Paar nur eines und ist damit haploid. Zweitens: In der Meiose zwei werden ohne erneute Verdopplung die Schwesterchromatiden getrennt. So entstehen vier haploide Zellen. Drittens, die Begründung: Beim Crossing-over tauschen Nicht-Schwesterchromatiden homologer Chromosomen Abschnitte aus, so entstehen neue Kombinationen von Allelen. In der Metaphase eins ordnen sich die Paare zufällig an: zwei hoch dreiundzwanzig Kombinationen mütterlicher und väterlicher Chromosomen.

Merk dir drei Dinge (10:36)

Das war die Meiose. Merk dir drei Dinge. Erstens: Meiose eins trennt die Paare, hier halbiert sich die Zahl. Zweitens: Meiose zwei trennt die Chromatiden, wie eine Mitose. Drittens: Crossing-over und Zufall machen jede Keimzelle einzigartig. Das Quiz und den Lernzettel zu diesem Video findest du kostenlos auf achtmalklug punkt de. Ich hab das Quiz übrigens schon gemacht. Achtmal. Daher der Name.

Quellen und Korrekturen
  • OpenStax Biology 2e, Kapitel 11.1 „The Process of Meiosis“ und 43.3 „Human Reproductive Anatomy and Gametogenesis“
  • Duden, Einträge „Meiose“ und „diploid“
  • Mangs, Morris (2007), Current Genomics (pseudoautosomale Region von X und Y)
  • Newcastle University, BMS Wiki, „Meiosis prophase 1“ und „Diakinesis“ (Stadien der Prophase I)
  • Iowa State University: Meiosis, Vorlesungsunterlage
  • Wang, Pepling (2021), Frontiers in Cell and Developmental Biology (Prophase I in Eizellen)
  • Review zu Polkörperchen beim Menschen, PMC3164815
  • Kindfield (1991), Expert and Novice Models of Meiosis, ERIC ED342636 (Fehlvorstellungen)
  • Holmquist (1983), American Journal of Human Genetics (Schwesterchromatidaustausch)
  • Operatoren Biologie, NRW Abiturvorgaben 2029 (Biologie GK); Hamburg, Abiturrichtlinien Biologie
  • IQB: Grundstock von Operatoren, Biologie, Chemie, Physik (Einträge „erklären“, „begründen“)
  • Hessisches Kultusministerium: Landesabitur 2027, Operatoren Biologie, Chemie, Informatik, Mathematik, Physik (Einträge „begründen“, „zuordnen“)
  • Faktencheck, unabhängige Prüfdurchläufe am 18.10.2026 (Skript) und 19.10.2026 (Material)

Faktencheck vom 18.10.2026.

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