Synapse: Erregungsübertragung einfach erklärt

  • Klasse 9/10
  • Oberstufe
  • ca. 12 Minuten

Wie eine Nachricht an der Synapse vom elektrischen Signal zum Botenstoff wird und wieder zurück, warum der Transmitter danach verschwinden muss, und wo Gifte und Medikamente angreifen.

Das Wichtigste in drei Sätzen

  1. Kommt ein Aktionspotential im Endknöpfchen an, öffnen sich Ca²⁺-Kanäle und Ca²⁺ strömt ein. Daraufhin schütten die Bläschen den Transmitter in den synaptischen Spalt aus.

  2. Der Transmitter bindet drüben an Rezeptoren und öffnet so Ionenkanäle. Er selbst bleibt draußen, nur Ionen strömen in die nächste Zelle.

  3. Danach wird der Transmitter im Spalt abgebaut oder ins Endknöpfchen zurückgeholt, das heißt Wiederaufnahme. Sonst dockt er immer wieder an, und die Nachricht hallt viel zu lange nach.

Grundlagen

EndknöpfchenVesikelSpaltRezeptoren

Der Bau einer chemischen Synapse

Ein Aktionspotential läuft das Axon entlang bis ins Endknöpfchen. Darin liegen Bläschen, die Vesikel, gefüllt mit einem Botenstoff, dem Neurotransmitter. Die Rezeptoren sind Andockstellen, in die genau dieser Botenstoff passt. Nur bei den selteneren elektrischen Synapsen sind zwei Zellen direkt über Kanäle verbunden.

präsynaptische Membran
Membran des Endknöpfchens vor dem Spalt
synaptischer Spalt
mit Flüssigkeit gefüllte Lücke, etwa 20 bis 50 nm breit
postsynaptische Membran
Membran der nächsten Zelle nach dem Spalt, mit den Rezeptoren
1234

Die motorische Endplatte

An der Synapse zwischen Nervenzelle und Muskelfaser wirkt Acetylcholin. Das EPSP heißt hier Endplattenpotential und reicht normalerweise sicher über die Schwelle.

  1. Botulinumtoxin Das Bakteriengift verhindert die Ausschüttung des Transmitters.
  2. Curare Das Pfeilgift besetzt die Rezeptoren, ohne die Kanäle zu öffnen: kompetitive Hemmung.
  3. Acetylcholinesterase-Hemmer Acetylcholin bleibt im Spalt. Der Muskel zuckt und verkrampft, bei starker Vergiftung folgt Lähmung.
  4. Merkregel Fehlt Ausschüttung oder Andocken, bleibt der Muskel schlaff. Fehlt das Aufräumen, verkrampft er.

Der Ablauf in fünf Schritten

  1. Ca²⁺-Einstrom

    Calcium rein

    Das Aktionspotential depolarisiert das Endknöpfchen. Spannungsgesteuerte Ca²⁺-Kanäle öffnen sich.

    Ca²⁺ strömt ein, denn außen ist viel mehr Ca²⁺ als innen.

    Erkennst du an Ca²⁺ strömt durch offene Kanäle oben ein.

  2. Exozytose

    Stoff raus

    Ca²⁺ ist das Startsignal. Bläschen verschmelzen mit der präsynaptischen Membran.

    Sie geben den Transmitter in den Spalt ab, zum Beispiel Acetylcholin.

    Erkennst du an Bläschen öffnen sich zum Spalt.

  3. Bindung

    Schloss auf

    Der Transmitter diffundiert durch den Spalt und passt in die Rezeptoren wie ein Schlüssel ins Schloss.

    Der Rezeptor ist hier ein ligandengesteuerter Ionenkanal und öffnet sich.

    Erkennst du an Transmitter sitzt in offenen Rezeptoren.

  4. EPSP

    Na⁺ rein

    Durch die offenen Kanäle strömt vor allem Na⁺ ein, der Transmitter bleibt draußen.

    Die Membran wird depolarisiert: ein kleines, abgestuftes EPSP.

    Erkennst du an Na⁺ strömt in die untere Zelle.

  5. Abbau

    Stoff weg

    Die Acetylcholinesterase im Spalt spaltet Acetylcholin in Acetat und Cholin.

    Das Endknöpfchen holt Cholin zurück und baut daraus neues Acetylcholin.

    Erkennst du an Enzym spaltet, Cholin wandert zurück.

Ein Enzym spaltet Tausende Moleküle pro Sekunde, der Spalt ist in wenigen Tausendstelsekunden leer.

Schema: oben Endknöpfchen, Mitte Spalt, unten nächste Zelle; nicht maßstäblich

Erregend oder hemmend

  • Na+ rein: EPSP

    Erregende Synapse

    Acetylcholin oder im Gehirn meist Glutamat öffnet Kanäle, vor allem Na⁺ strömt ein. Das EPSP bringt die Zelle näher an die Schwelle.

  • Cl− rein: IPSP

    Hemmende Synapse

    GABA öffnet meist Kanäle für Cl⁻, das in der Regel hineinströmt. Die Membran wird hyperpolarisiert, das IPSP bringt die Zelle weiter weg von der Schwelle.

Drei typische Fehler

Im Video ab 0:45 (auf YouTube ab 0:45, neuer Tab), Kapitel „Die Lücke“.

  1. Falsch

    „Das elektrische Signal springt über den synaptischen Spalt.“

    Richtig

    Die beiden Zellen berühren sich nicht, im Spalt verpufft der Strom. Hinüber geht ein Stoff, der Neurotransmitter.

  2. Falsch

    „Der Transmitter wandert in die nächste Zelle hinein.“

    Richtig

    Der Transmitter bleibt draußen und öffnet nur Kanäle. Hinein strömen Ionen, an erregenden Synapsen vor allem Na⁺.

  3. Falsch

    „Jede Synapse wirkt erregend.“

    Richtig

    An vielen Synapsen im Gehirn wirkt GABA, meist strömt dann Cl⁻ ein. Die Membran wird hyperpolarisiert, es entsteht ein hemmendes IPSP.

Quiz: sechs Fragen zum Thema Synapse

Sofort ausgewertet, ohne Anmeldung. Es werden keine Daten gesendet. Die falschen Antworten sind genau die Fehler aus dem Video.

  1. Was trägt an einer chemischen Synapse die Nachricht über den synaptischen Spalt?

  2. Was löst im Endknöpfchen aus, dass die Bläschen den Transmitter ausschütten?

  3. Acetylcholin bindet an einen Rezeptor der postsynaptischen Membran, der selbst ein Ionenkanal ist. Was passiert danach?

  4. An einer Synapse im Gehirn öffnet GABA Kanäle für Cl⁻, die hineinströmen. Was folgt für die Membran der nächsten Zelle?

  5. Was passiert mit Acetylcholin im Spalt, nachdem es an den Rezeptoren war?

  6. Curare besetzt an der motorischen Endplatte die Acetylcholin-Rezeptoren, öffnet die Kanäle aber nicht. Was folgt für den Muskel?

Prüfungsaufgaben

Erst selbst lösen, dann die Lösung aufklappen.

Klasse 9/10

Ein Aktionspotential kommt am Endknöpfchen an. Bringe die fünf Kärtchen in die richtige Reihenfolge und beschreibe, was passiert: Transmitter diffundiert durch den Spalt. Ca²⁺ strömt ein. Transmitter wird abgebaut. Bläschen verschmelzen mit der Membran. Transmitter bindet, Na⁺ strömt ein.

beschreiben
Du gibst einen Sachverhalt geordnet und fachsprachlich wieder.
Lösung anzeigenLösung ausblenden

Musterlösung in drei Teilen

  1. Ausschüttung: Das Aktionspotential öffnet Ca²⁺-Kanäle, Ca²⁺ strömt ein. Die Bläschen verschmelzen mit der präsynaptischen Membran und schütten den Transmitter in den Spalt aus.
  2. Übertragung: Der Transmitter diffundiert hinüber und bindet an Rezeptoren der postsynaptischen Membran. Deren Kanäle öffnen sich, Na⁺ strömt ein, und ein EPSP entsteht.
  3. Ende: Der Transmitter wird abgebaut oder zurückgeholt.

Erhöhtes Niveau

Nach einer Operation wirkt noch ein Curare-ähnliches Mittel, das die Muskeln entspannt. Um es aufzuheben, gibt man Neostigmin, einen Hemmstoff der Acetylcholinesterase. Erläutere die Wirkung von Neostigmin in diesem Fall.

erläutern
Du machst einen Sachverhalt mit Fachwissen nachvollziehbar und verständlich.
Lösung anzeigenLösung ausblenden

Musterlösung in drei Teilen

  1. Hemmung: Neostigmin hemmt die Acetylcholinesterase. Acetylcholin wird langsamer abgebaut, im Spalt ist mehr davon.
  2. Konkurrenz: Acetylcholin und das Mittel konkurrieren um dieselben Rezeptoren, eine kompetitive Hemmung. Je mehr Acetylcholin, desto öfter verdrängt es das Mittel.
  3. Folge: Mehr Kanäle öffnen sich, Na⁺ strömt ein. Die Endplattenpotentiale reichen wieder über die Schwelle, die Muskelfasern bilden Aktionspotentiale und arbeiten wieder.

Merkblatt zum Ausdrucken

Zwei Seiten: alle Schritte mit Bildern, typische Fehler, Prüfungsaufgaben mit Lösung

  • PDF
  • 2 Seiten
  • 1,0 MB

Kostenlos. Frei für Schule, Unterricht und Lernen, Logo und URL bleiben drauf.

Transkript

Einstieg (0:00)

Mathestunde, Reden verboten. Du willst deiner Freundin zwei Tische weiter was sagen. Also: Zettel schreiben, falten, rüberschieben. Sie liest, nickt, grinst. Vor genau diesem Problem stehen deine Nervenzellen. Zwischen ihnen liegt eine Lücke, und ihr elektrisches Signal kommt da nicht rüber. Wie kommt die Nachricht trotzdem an? So wie bei dir: mit einem Zettel. Nur aus Chemie.

Ich hätte ja einfach einen Arm rübergestreckt. Lange Arme, kurzer Dienstweg. Wie der Chemie-Zettel funktioniert, zeigen vier Schritte: erst die Lücke, dann der Weg hinüber, dann, warum Gifte und Medikamente genau dort angreifen, und am Ende zwei Prüfungsaufgaben.

Die Lücke (0:45)

Also zuerst die Lücke. Ein Aktionspotential rast das Axon entlang und kommt ganz am Ende im Endknöpfchen an. Und dort ist Schluss. Gegenüber liegt schon die nächste Nervenzelle, aber dazwischen ist ein Spalt, nur etwa zwanzig bis fünfzig Millionstel Millimeter breit. Ein Haar ist über tausendmal so dick.

Schauen wir uns die beiden Ufer genauer an. Oben das Endknöpfchen. Darin liegen kleine Bläschen. Sie sind gefüllt mit einem Botenstoff, dem Neurotransmitter. Das ist unser Chemie-Zettel. Die Membran des Endknöpfchens zum Spalt hin heißt präsynaptische Membran. Prä heißt vor: Sie liegt vor dem Spalt.

Dazwischen der synaptische Spalt, gefüllt mit Flüssigkeit. Am anderen Ufer die postsynaptische Membran, die Membran nach dem Spalt. In ihr stecken Rezeptoren: Andockstellen, in die genau dieser Botenstoff passt. Alles zusammen ist eine chemische Synapse. Merksatz: Vor dem Spalt Bläschen mit Transmitter, hinter dem Spalt Rezeptoren.

Aber warum springt das elektrische Signal nicht einfach hinüber? Die Erregung läuft an der Membran entlang. Doch die beiden Zellen berühren sich nicht: Zwischen ihren Membranen liegt der Spalt voller Flüssigkeit, und darin verpufft der Strom. Also wechselt die Nachricht die Form: von elektrisch zu chemisch, und drüben wieder zu elektrisch. Nur bei den selteneren elektrischen Synapsen sind Zellen über Kanäle direkt verbunden.

Funfact: Dass Nerven ihre Nachricht über einen Stoff weitergeben, zeigte Otto Loewi neunzehnhunderteinundzwanzig, und zwar am Herzen. Die Idee kam ihm, so wird es meist erzählt, im Traum: Nachts schrieb er sie auf, aber morgens konnte er seine Notiz nicht lesen. In der nächsten Nacht kam die Idee wieder, und er ging sofort ins Labor. Kenn ich. Nachts mit acht Armen mitschreiben, und morgens ist alles unlesbar. Merksatz: Über den Spalt geht kein Strom, sondern ein Stoff. Nur: Wie wird aus Strom ein Stoff?

Vom Strom zum Stoff und zurück (2:53)

Schau erst einmal nur zu, stark verlangsamt. Das Signal kommt an und erlischt. Tore gehen auf, Ionen strömen herein. Bläschen verschmelzen mit der Membran, ihr Inhalt treibt hinüber und dockt an. Drüben gehen Kanäle auf. Und auf der anderen Seite glimmt wieder ein Signal. Aus Strom wird ein Stoff, und drüben aus dem Stoff wieder Strom.

Jetzt Schritt für Schritt, mit Namen. Schritt eins: Calcium. Das Aktionspotential depolarisiert die Membran des Endknöpfchens. Darauf reagieren spannungsgesteuerte Calciumkanäle in der präsynaptischen Membran. Sie öffnen sich, und Calcium-Ionen strömen herein, denn außen ist viel mehr Calcium als innen. Genau diesen Schritt vergessen in der Klausur viele. Merksatz: Das Aktionspotential öffnet Calciumkanäle, Calcium strömt ein.

Und was macht das Calcium da drin? Das ist Schritt zwei, die Ausschüttung: Calcium ist das Startsignal. Bläschen an der Membran verschmelzen mit ihr und öffnen sich in den Spalt. Das heißt Exozytose, Exo wie außen. Unser Transmitter ist das Schulbuch-Beispiel Acetylcholin. Merksatz: Calcium löst die Exozytose aus, der Transmitter gelangt in den Spalt. Im Gehirn übernimmt meist ein anderer die erregende Arbeit, Glutamat. Der Ablauf ist ähnlich.

Jetzt ist der Transmitter im Spalt. Schritt drei: hinüber und andocken. Der Transmitter hat keinen Antrieb, er verteilt sich durch Diffusion, über die winzige Strecke blitzschnell. Drüben passt er in die Rezeptoren wie ein Schlüssel ins Schloss. Der Rezeptor ist hier selbst ein Ionenkanal. Dockt Acetylcholin an, geht der Kanal auf. Weil ihn ein Stoff öffnet und keine Spannung, heißt er ligandengesteuerter Ionenkanal.

Wandert der Transmitter jetzt in die Zelle? Nein, er bleibt draußen. Der Schlüssel schließt auf, geht aber nicht mit ins Haus. Hinein strömen nur Ionen, vor allem Natrium, und die Membran drüben wird depolarisiert. Das heißt erregendes postsynaptisches Potential, kurz E-P-S-P. Es ist klein und abgestuft, noch kein Aktionspotential. Merksatz: Der Transmitter öffnet Kanäle, Natrium strömt ein, ein E-P-S-P entsteht.

Kanäle aufschließen? Kann ich auch. Ich hab hier meinen eigenen Botenstoff, frisch gemischt. Rein damit.

Hm. Prallt ab. Kein Kanal geht auf. Abgewiesen. Von einem Eiweiß. Nur der passende Botenstoff öffnet den Kanal. Und der passende? Der steckt noch im Schloss.

Solange Acetylcholin im Spalt ist, dockt es immer wieder an, die Kanäle gehen immer wieder auf. Die Nachricht würde viel zu lange nachhallen, wie ein Dauerton. Deshalb Schritt vier: aufräumen. Ein Enzym im Spalt, die Acetylcholinesterase, schneidet Acetylcholin wie eine Schere in zwei Teile. Ein einziges Enzym schafft Tausende pro Sekunde.

Und die Bruchstücke? Sie heißen Acetat und Cholin. Das Cholin holt das Endknöpfchen zurück und baut daraus neues Acetylcholin. Viele andere Botenstoffe werden im Ganzen zurückgeholt: Wiederaufnahme. Merksatz: Der Transmitter wird abgebaut oder wieder aufgenommen, sonst hört das Signal nicht auf.

Moment, da wandert ja doch etwas zurück. Die Nachricht aber läuft nur in eine Richtung, obwohl der Transmitter in alle Richtungen treibt. Warum? Wegen des Baus: Bläschen mit Transmitter gibt es nur vor dem Spalt, die Rezeptoren, die die Nachricht weitergeben, nur dahinter. Merksatz: Die Synapse ist eine Einbahnstraße.

Wirkt eigentlich jede Synapse erregend? Nein. An vielen Synapsen im Gehirn wirkt ein anderer Transmitter, Gaba. Seine häufigsten Rezeptoren öffnen Kanäle für negativ geladene Chlorid-Ionen, die meist hineinströmen. Und was macht so viel zusätzliches Minus in der Zelle?

Die Membran wird hyperpolarisiert, also noch negativer: ein hemmendes postsynaptisches Potential, kurz I-P-S-P. Ob erregend oder hemmend, entscheidet der Rezeptor mit seinem Kanal. Merksatz: Ein E-P-S-P bringt die Zelle näher an die Schwelle, ein I-P-S-P weiter weg.

Und wenn die Nachricht an einen Muskel geht? Dann heißt die Kontaktstelle neuromuskuläre Synapse oder motorische Endplatte. Der Ablauf ist derselbe, mit Acetylcholin. Das E-P-S-P heißt hier Endplattenpotential, und es ist groß: Es reicht normalerweise sicher über die Schwelle der Muskelfaser, sie bildet ein Aktionspotential und zieht sich zusammen. Hemmende Synapsen gibt es an unseren Skelettmuskeln nicht.

Alles noch einmal am Stück, in vier Schritten. Merksatz: Calcium rein, Stoff raus, Schloss auf, Stoff weg.

Gifte und Medikamente (8:01)

Jeder dieser vier Schritte lässt sich stören, und genau dort greifen Gifte und Medikamente an, hier am Muskel. Erstens: Botulinumtoxin, ein Gift aus Bakterien. Es verhindert, dass die Bläschen Acetylcholin ausschütten. Schritt zwei fällt aus, der Muskel bleibt schlaff. Genau dosiert nutzt die Medizin das, etwa gegen dauerhaft verkrampfte Muskeln.

Zweitens: Curare, ein Pfeilgift aus Südamerika. Erinnerst du dich an meinen Botenstoff, der nicht passte? Curare ist da leider begabter als ich. Es passt in den Rezeptor, öffnet den Kanal aber nicht: ein falscher Schlüssel, der steckt, aber nicht dreht. Acetylcholin und Curare konkurrieren um denselben Platz, das heißt kompetitive Hemmung. Schritt drei fällt aus, der Muskel ist gelähmt.

Drittens: Hemmstoffe der Acetylcholinesterase. Jetzt fällt Schritt vier aus. Acetylcholin bleibt im Spalt, der Muskel bekommt Befehl auf Befehl, er zuckt und verkrampft. Bei starker Vergiftung folgt am Ende sogar Lähmung. Genau dosiert ist auch das ein Medikament, etwa nach einer Narkose. Warum, zeigt gleich die Prüfung. Merksatz: Ohne Ausschüttung oder Andocken bleibt der Muskel schlaff, ohne Aufräumen verkrampft er.

Prüfung (9:20)

Vorher aber die Grundlage. Aufgabe eins, Niveau Klasse neun und zehn. Du siehst fünf gemischte Kärtchen. Beschreibe in der richtigen Reihenfolge, was passiert, wenn ein Aktionspotential am Endknöpfchen ankommt. Drück Pause. Ich räum solange den Spalt auf. Einer muss ja die Acetylcholinesterase spielen.

Die Lösung in drei Punkten. Erstens: Das Aktionspotential öffnet Calciumkanäle, Calcium strömt ein, die Bläschen verschmelzen mit der präsynaptischen Membran und schütten den Transmitter in den Spalt aus. Zweitens: Der Transmitter diffundiert hinüber und bindet an Rezeptoren der postsynaptischen Membran. Deren Kanäle öffnen sich, Natrium strömt ein, die Membran wird depolarisiert, ein E-P-S-P entsteht. Drittens: Der Transmitter wird abgebaut oder zurückgeholt.

Eine Stufe schwerer. Aufgabe zwei, erhöhtes Niveau. Nach einer Operation wirkt noch ein Curare-ähnliches Mittel, das die Muskeln entspannt. Um es aufzuheben, gibt man Neostigmin, einen Hemmstoff der Acetylcholinesterase. Die Aufgabe: „Erläutern Sie die Wirkung von Neostigmin in diesem Fall.“ Erläutern heißt: mit Fachwissen nachvollziehbar erklären. Drück Pause und formuliere.

Volle Punkte gibt es für drei Teile. Erstens: Neostigmin hemmt die Acetylcholinesterase, Acetylcholin wird langsamer abgebaut, im Spalt ist mehr davon. Zweitens: Acetylcholin und das Mittel konkurrieren um dieselben Rezeptoren, eine kompetitive Hemmung. Je mehr Acetylcholin, desto öfter verdrängt es das Mittel. Drittens: Mehr Rezeptoren tragen wieder Acetylcholin, mehr Kanäle öffnen sich, Natrium strömt ein. Die Endplattenpotentiale reichen wieder über die Schwelle, die Muskelfasern bilden Aktionspotentiale, und die Muskeln arbeiten wieder.

Merk dir drei Dinge (11:21)

Das war die Synapse. Merk dir drei Dinge. Erstens: Calcium strömt ein, die Bläschen schütten den Transmitter aus. Zweitens: Drüben öffnet er Kanäle, bleibt aber selbst draußen. Drittens: Danach wird er abgebaut oder zurückgeholt, damit das Signal endet. Das Quiz und den Lernzettel zu diesem Video findest du kostenlos auf achtmalklug punkt de. Ach, und der Zettel aus der Mathestunde? Lesen, nicken, zerreißen. Machen deine Synapsen genauso. Bleib neugierig.

Quellen und Korrekturen
  • Campbell Biologie, Pearson, 11. Auflage, Kapitel 48 (Neuronen, Synapsen, Signalübertragung)
  • Purves et al.: Neuroscience, 6. Auflage, Sinauer/Oxford University Press, Kapitel 5 und 6 (synaptische Übertragung, Neurotransmitter und Rezeptoren)
  • Kandel et al.: Principles of Neural Science, 6. Auflage, McGraw-Hill, Kapitel 11 bis 15 (elektrische und chemische Synapsen, neuromuskuläre Synapse, Transmitterfreisetzung)
  • Aktories, Förstermann, Hofmann, Starke: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, Elsevier (Botulinumtoxin, Curare, nicht depolarisierende Muskelrelaxanzien, Neostigmin)
  • Quinn (1987), Acetylcholinesterase: enzyme structure, reaction dynamics, and virtual transition states, Chemical Reviews 87, 955–979
  • Wilson und Harrison (1961), Wechselzahl der Acetylcholinesterase, Journal of Biological Chemistry 236, 2292
  • Operatoren Biologie, Operatorenübersicht Biologie, Zentralabitur NRW (QUA-LiS NRW), und KMK-Bildungsstandards Biologie für die Allgemeine Hochschulreife
  • Faktencheck, unabhängige Prüfdurchläufe am 1.11.2026 (Skript, zwei Runden) und 1.11.2026 (Material)

Faktencheck vom 01.11.2026.

Bisher keine Korrekturen. Fehler gefunden? Schreib uns.